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Das Hexenei

Wirtin Suenaga in ihrem Restaurant

Wirtin Suenaga in ihrem Restaurant

Die Stadt Iwanuma liegt an der Küste von Tohoku in der Gegend mit der größten Nähe zum Epizentrum des Erdbebens. Der Tsunami hat auch hier den Küstenstreifen komplett verwüstet, trotz Deich und Vorwarnung. Doch nur wenige Autominuten weiter im Inland geht auch das Leben bereits weiter.

Während meiner Recherchen um Sendai habe ich die meisten meiner Mahlzeiten im Restaurant “Majô no Tamago” eingenommen, zu Deutsch: Hexenei. Dabei habe ich mich etwas mit den drei Schwestern angefreundet, die das Lokal hier betreiben, vor allem mit der ältesten, Shoko Suenaga. Es ist faszinierend, was sie aus der Gegend hier erzählen kann. 

Fast jeder hier sei vom Tsunami betroffen, erzählt Suenaga-san. Einer ihrer Gäste, eine mittelalte Frau, hat sowohl ihre Eltern als auch ihre Schwiegereltern verloren. “Es waren vor allem die Alten, die in ihrer Wohnung geblieben sind und sich nicht vor der Welle gerettet haben.”

Das Restaurant Hexenei in Iwanuma

Das Restaurant Hexenei in Iwanuma

Die drei Schwestern im Hexenei kochen im Wesentlichen westliche Gerichte. Neulich habe ich dort ein Schweineschnitzel mit Senfsoße gegessen, dazu Gemüse, Salat und Reis. Es gibt immer aus Pastagerichte wie Spaghetti mit Muscheln. Berühmt sind die Reisaufläufe, japanisch “Doria”, allen Voran der “Hexenei-Auflauf”.

Das Aufräumen nach dem Erdbeben hatte drei Tage gedauert, doch die drei Schwestern haben ihr Geschäft möglichst schnell wieder geöffnet. “Wir schauen nach vorn”, versichert Suenaga. Ihrem Gesicht sind das Leid und die Belastung jedoch anzusehen.

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