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Das intelligente Navigationssystem

Das Navigationssystem in meinem gemieteten Mazda erstaunt mich derzeit immer wieder. Es weiß immer, welche Straßen offen sind und kennt stets den besten Weg um die viele Baustellen. Zuweilen verblüfft es auch mit weisen Einsichten.

Das Erdbeben hat viele Straßen in Tohoku zerrissen. Die Straßenämter haben viele der meterlangen Löcher zunächst mit grobem Kies zugeschüttet, um die Wege wieder befahrbar zu machen. Doch jetzt machen sich die Baufirmen daran, die Stellen wieder richtig zu Asphaltieren. Sie sind darin wahnsinnig schnell, so dass fast täglich und stündliche einige Straßen gesperrt sind, dafür andere besser als je zuvor wieder neu öffnen. Für den gleichen Weg vom Hotel zu meinem neuen Lieblingsrestaurant hat es mir bereits drei verschiedene Routen berechnet. Mein Navi weiß auch immer, wann wo Stau ist und lenkt mich Notfalls auf Nebenstraßen um.

Eine interessante Herausforderung kommt dadurch zustande, dass ich ja zuweilen dahin will, wo nichts mehr steht – ins Tsunamigebiet, wo die Straßen weggewaschen sind. Wenn es läuft, dann warnt mich mein Navi nach dem Abbiegen auf die Küstenstraßen prompt:
„Dieser Weg endet nach — 800 — Metern — wegen — Naturkatastrophe.“

Oder, auf der Autobahn:
„Wegen — Leitplankenarbeiten — ist in einem Kilometer nur — eine — Spur verfügbar.“ Woher weiß das Ding, dass es Leitplankenarbeiten sind und nicht irgendeine andere Baustelle?

Trotz allem Schrecken musste ich in der Präfektur Fukushima lachen, als ich auf die Strahlensperrzone zufuhr.

„Dieser Weg ist nach — zwei — Kilometern — wegen — Vollsperrung gesperrt.“ Navi machte eine kurze Pause und fügte hinzu: „Bitte Wenden!“ Das hatte das Fräulein doch sonst nicht gesagt? Machte sich da etwa jemand Sorgen wegen Kontamination?

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