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Nebenan: keine Tigermama

Noch weiß ich nicht, wer meine neuen Nachbarn sind – ich habe sie noch nicht erwischt, um mich vorzustellen. Doch eines ist ganz sicher, bei der Frau des Hauses handelt es sich nicht um eine chinesische Tigermutter. Ja, im Haushalt lebt offenbar ein Kind, das Klavier üben sollte. Doch, nein, das Kind muss nicht jeden Tag sieben Stunden üben, bis das Blut spritzt.

Das Piano meiner Nachbarn zur Rechten steht offenbar mit dem Rücken zu meiner Schlafzimmerwand, ich kann die Übungszeiten also ganz gut verfolgen, wenn ich zuhause bin. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es ein Kind ist, das da zu spielen versucht. Erwachsene, die noch Klavier lernen wollen, tasten sich anders vor.

Nun, der unbekannte Klavierschüler übt immer höchstens zehn Minuten. Eher fünf. Und nicht besonders diszipliniert. Eine Stelle gelingt nicht? Schnell weiter zur nächsten!

Im Januar hatte die US-Chinesin Amy Chua riesiges Aufsehen erregt, als sie ihren Mitbürgern chinesische Erziehungsmethoden verordnet hat. Sie selbst prahlt damit, große Erfolge damit erzielt zu haben,  ihre Töchter einzusperren und zum stundenlangen Lernen und Üben zu zwingen. Vor allem am Klavier kannte sie keine Gnade.

Vor Kurzem hat sich der Erfolg dieser Erziehungsmethode gezeigt: Eine der Töchter von Frau Chua hat zwei der schwierigsten Aufnahmeprüfungen für Universitäten geschafft.

Jetzt kommt mir ein Gedanke. Wohnen nebenan vielleicht Europäer?

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