Google+ Peking Total » Blog Archive » Ohnmacht gegen Vergewaltiger

Ohnmacht gegen Vergewaltiger

Japan ist das richtige Land für Sicherheitsfanatiker – weil die Japaner selbst so darauf bedacht sind, möglichst alle Risiken auszuschließen. Auch Japans Städte sind unglaublich sicher. Die Japaner wissen es bloß nicht. Das zeigt auch der Fall des Mädchens, das einen Vergewaltiger mit einem einfachen Trick in die Luft schlug.

In Japan kursieren nur wenige harte Drogen, zudem ist die Bevölkerung ziemlich gleichmäßig reich. (Obwohl sich auch hier in letzter Zeit die berühmte Schere zwischen den Milliardären oben und einer vergessenen Klasse von wenig Qualifizierten auftut.) Im internationalen Vergleich passieren nur sehr wenige Verbrechen.

Die 24 Stunden geöffneten Convenience Stores schützen sich beispielsweise mit Farbbällen gegen Verbrecher. In der Nähe der Kasse liegen zwei farbige Klumpen in der Größe von Tennisbällen in einem Halter. Beschriftung: „Colour Balls zur Verbrechensvorbeugung“.

Wenn jemand des Geschäft überfällt, soll der Verkäufer den Ball nach den Räubern oder ihrem Fluchtwagen werfen. Die Dinger zerplatzen beim Aufprall und verspritzen orangene Farbe, die nicht wieder abgeht. Die Polizei sollte die Schuldigen dann schnell stellen können.

Ein Convenience Store sollte nachts recht einfach zu überfallen sein. Ich kam öfters in Läden, wo auch nach Mitternacht nur ein magerer Oberschüler an der Kasse stand, während eine junge Verkäuferin Waren ins Regal räumte. Doch die Farbbälle gelten als wirksame Abschreckung.

In Japan gibt es pro Jahr rund 500 nächtliche Überfälle auf Geschäfte. In den meisten Fällen kommt jedoch der Dieb nur hinein, zückt ein Messer und verlangt den Inhalt der Kasse. Glücklicherweise stirbt fast nie jemand, weil in Japan kaum Feuerwaffen im Umlauf sind.

(Ein Nebenaspekt der Sache: Diese Farbbälle lassen in Sicherheitsgeschäften kaufen. Doch ich hätte nie gesehen oder gehört, dass Jugendliche die Dinger missbrauchen. Farbballvandalismus ist auch in den Pressearchiven kein Thema. Braves Japan.)

Viele Nachrichten von Überfällen zeigen zudem auch die sanfte Seite japanischer Verbrecher. Einige von ihnen verhalten sich richtig niedlich.

So wie der Angreifer einer jungen Frau, der sich in Osaka an einer dunklen Straßenecke von hinten eine Hand auf den Mund legte. „Sei gefügig oder ich ersteche dich mit diesem Messer“, hisste eine Männerstimme.

Die Frau, so berichtet es die japanische Yomiuri-Zeitung, simulierte jedoch Hyperventilation und tat so, als würde sie ohnmächtig. Der Verbrecher massierte ihr daraufhin den Rücken, legte sie auf den Boden und floh vom Tatort.

Los, schreib' einen Kommentar!

Dein Kommentar