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Durchhalten, irgendwie

Wie fühlt sich Tokio also nun an? Anders als sonst, so viel ist klar. Alle sind angespannt, und die Folgen von drei Wochen besonderer Belastung sind deutlich zu spüren. Die Verkäufer in den Convenience Stores etwa leiern ihre höflichen Phrasen herunter wie immer, doch sie müssen sich sichtbar Mühe damit geben.

Es ist ja nicht die atomare Bedrohung allein, die aufs Gemüt schlägt. Es besteht immer noch die Gefahr von Nachbeben, obwohl der Boden. in den vergangenen Tagen zumindest in Tokio etwas zur Ruhe gekommen ist. Dazu kommen täglich höhere Zahlen bestätigter Todesopfer des Tsunami.

Straßenecke in Shinjuku zwei Wochen nach der Atomkatastrophe.

Straßenecke in Shinjuku zwei Wochen nach der Atomkatastrophe.

Offen ist ebenfalls, wie sich die Ereignisse auf die Wirtschaft auswirken. Da so viel Kraftwerksleistung fehlt, wird der Energieversorger Tepco wohl mindestens den ganzen Sommer über den Strom rationieren. Wie soll die Industrie unter diesen Bedingungen den Umsatz steigern? Und weil der japanische Staat schon hoch verschuldet ist, nun aber etwa 200 Milliarden Euro für den Wiederaufbau aufbringen muss, droht zu allem Überfluss Inflation.

Die ungewohnte Dunkelheit auf den Straßen und in den Geschäften trägt ebenfalls zur gedrückten Stimmung bei. Sie erinnert zusätzlich daran, dass sich das Land in im Katastrophenzustand befindet.

Das alles steht im Kontrast dazu, dass Tokio zumindest äußerlich ziemlich normal wirkt. Alle wissen: Jetzt ist Durchhalten gefragt – von einem Zusammenbruch der üblichen Strukturen haben auch die Tsunami-Opfer und die Kraftwerksarbeiter nichts.

Comments (1)

geldspielautomatenMarch 31st, 2011 at 00:51

Hat jemand eine Ahnung wie stark das verallgemeinerbar ist?

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