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Ausgehen in Zeiten der Katastrophe

Essen gehen ist in Tokio derzeit anders als vorher. Angesichts der furchtbaren Fernsehbilde raus der Tsunami-Region ist den Leuten der Spaß etwas vergangen. Einige machen sich vielleicht auch Sorgen um radioaktive Isopote auf dem Gemüse – schließlich können sie in der Izakays nicht kontrollieren, wo der Spinat herkommt und ob er gründlich gewaschen ist.
In einer Izakaya in Shinjuku.

In einer Izakaya in Shinjuku.


Viele Restaurants sind daher halb leer. Außerdem sind sie schummriger als sonst, weil viele von ihnen sich am kollektiven Energiesparen beteiligen. Als Deutscher finde ich es mit halber Beleuchtung gemütlicher, aber japanische Ausgehgäste mögen es lieber grell und hell.

Vielleicht bleiben ein paar Gäste auch weg, weil einfach gerade keine so aufgedrehte und fröhliche Atmosphäre herrscht wie sonst in Tokios Amüsierbetrieb.

Diese Zurückhaltung wird in diesem Jahr sicher auch auf die Wirtschaft schlagen. So verstärken sich plötzlich alle Probleme des Landes gegenseitig.

Doch auch wenn eine gedrückte Stimmung über Tokio liegt: Mit Kenji war es im Vergnügunsviertel am Götterfreudenhügel dann doch einigermaßen vergnüglich. In unserer Stamm-Izakaya waren außer uns zwar nur noch ein Firmenchef und ein Manager (beide komplett betrunken), aber die waren dafür um so ausgelassener.

Unheimlich bloß, dass der halbe Raum wegen Energiesparen im Dunkeln lag.

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