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Schlau durch Karaoke

Zu siebt gingen wir zum Karako – diesmal zum “Marktplatz der Gesänge”. Zusammen mit unserem Getränke-frei-Paket gab es einen Korb mit Snacks und Süßigkeiten, alle irgendwie mit einem besonderen Dreh. Mir hatten es besonders die „Schokobohnen zum Lebensglück“ angetan. Sie waren in der Packung aufgereiht wie Antibabypillen, aber in Form eines Schlüssels. Akiko: „Hier steht, dass sich das wahre Lebensglück demjenign aufschließt, der alle in der richtigen Reihenfolge isst.“ Ich fing also vorne an.

Akiko schmetterte ihre Favoriten des J-Pop, vor allem Hits der Gruppe „Dreams come true“, ich sang „Sehnsucht im Schnee“ (Nagoriyuki), danach „Festungstor“, „Jenseits der Himmelsburg“ und „Mein Nachbar Totoro“. Das waren nicht zwingend Schnulzen, wie ich sie in Deutschland freiwillig gehört hätte, aber in Japan erschien das alles ganz sinnvoll. Miguel sang einige Lieder von den Beatles.

Beim Karaoke habe ich etwas gelernt. Nicht unbedingt singen. Ich klinge immer noch furchtbar. Schon im Musikunterricht in der Schule hat mich unsere Musiklehrerin bei Chorproben immer wieder gebeten, “doch bitte etwas leiser zu singen”.

Aber ich habe gelernt, dass man es trotz mangelndem Talent ziemlich weit bringt. Dabei fielen mir die japanischen Enka-Schnulzen immer viel leichter als westliche Songs. Vielleicht, weil sie einen kompletten Neuanfang ermöglichten und quasi maximale Distanz zu dem europäischen Liedern legten (Pop wie Bach), mit denen ich nie so gut zurecht gekommen war?

Ach ja, und fürs Japanisch sind Enka auch gut. Sie enthalten viele “Wa-go”. Das sind die ursprünglich japanischen Worte im Unterschied zu dem aus China übernommenen Vokabular, das vielleicht entfernt mit lateinischen Fachworten im Deutschen vergleichbar ist.

Also: Karaoke lohnt sich wirklich.

Comments (4)

fritzMay 5th, 2010 at 20:33

ich frag mich grad warum ich das hier gelesen habe…

FinnMay 6th, 2010 at 10:10

Sorry, Fritz, Du hattest völlig recht. Gestern war beim Reinstellen etwas schief gegangen und die untere Hälfte des Textes fehlte. So hatte das wirklich keinen Sinn gemacht. Der Eintrag wurde ergänzt am Donnerstag, sechs Uhr früh deutscher Zeit. Finn

DavidDecember 14th, 2010 at 18:39

Hallo, ich wollte mich nur mal kurz für das Buch “Tokio Total” bedanken. Ich war in den letzten 6 Monaten beruflich in Japan und habe vorher unzählige Bücher geschenkt bekommen. Darunter war auch Tokio Total und ich dachte nur, dass es wieder so ein typisches Touristenbuch wäre (informativ und möchtergern crazy wie die jap. Kultur, aber dann doch eher total langweilig) und habe es erst einmal beiseite gelegt. Nach 3 Monaten in Sendai hatte ich dann die Zeit gefunden, es zu lesen. Ich habe es in einem Zug und unter endlosem Gelächter durchgelesen. Es ist großartig und beschreibt 1:1 alles was ich auch in Japan erlebt habe. Ich bin daher froh, dass ich es erst so spät und nach meinen eigenen Erfahrungen in Japan gelesen habe. Ich starre z.B. auch oft verträumt in meine Reisschale und bewundere den Glanz der Körner oder ich wurde ständig gefragt bzw. “angehnnnnnnnt”, warum ich denn mit Stäbchen essen könne. Vielen Dank!

Viele Grüße, David

TokioFebruary 6th, 2011 at 01:44

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