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Schmarotzer rausschmeißen

Eine Berliner Bekannte vor mir, Petra , meldete sich über Skype. „Wie wird man einen Japaner wieder los?“, fragte sie. „Dieser Yuta hat sich bei mir eingenistet und führt in Berlin ein prima Leben auf meine Kosten.“
„Ich denke, er ist Producer bei Fuji TV?“

„Er war gar kein richtiger Festangestellter, sondern hat frei zugearbeitet. Producer kann ja alles mögliche heißen.“

„Und warum ist er jetzt bei Dir geblieben?“
„Er kam mit 1000 Liebesschwüren und seinem hübschen Face und ich ließ ihn bei mir wohnen. Dann hieß es, er sucht in Berlin einen neuen Job. Das war vor zwei Monaten. Seitdem lebt er hier auf meine Kosten.“
„Schmeiß’ ihn raus.“

„Ich weiß nicht, wie. Ich hatte wohl besonderes Pech.“
„Pech?“

„Das ich ausgerechnet an den einzigen Japaner geraten bin, der nur schmarotzen will.“
„Warum den einzigen?“, fragte ich.

„Die sind doch sonst alle so höflich und reich und perfekt.“

Was für ein romantisches Japanbild haben diese Leute eigentlich? Klar nutzen einen Japaner genauso aus wie Bewohner aller anderer Länder. Nur weil sie für Fremde beim ersten Kontakt mit dem Land so eine glatte Fassade aufrecht erhalten, heißt das noch lange nicht, dass sie grundsätzlich bessere Menschen sind.

„Sag ihm doch, dass du die Schnauze voll hast. Japaner machen das im Inland auch so. Lass dich nicht von der Ausweichstrategie irritieren“, schlug ich vor.

„Glaubst du wirklich, er wollte mich nur ausnutzen?“
„Ja.“
„Warum hast du mich nicht gewarnt?“, fragte sie vorwurfsvoll.
„!?“

Jetzt war ich für meine deutschen Freunde schon verantwortlich für alle 125 Millionen Japaner. Dabei war mir selbst längst klar, dass in Japan genauso viele Bösewichte herumlaufen. Und dass die Japaner in Japan eher noch mehr Sorgen haben als die Deutschen in Deutschland.

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