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Atom-Warner

Japan gehört zu deutlichsten Befürwortern der nuklearen Abrüstung, für die sich US-Präsident Barack Obama einsetzt. Schließlich griffen die Amerikaner griffen Japan 1945 mit Atombomben an. Das Thema taucht heute immer noch laufend in den Medien auf. Die Zeitungen berichten zum Beispiel immer wieder über Klagen japanischer Rentner, denen die Stadt Hiroshima eine Anerkennung als Bombenopfer versagt hatte.

Denn wer sich in der Stadt aufhielt, als die Kernwaffen explodierten, oder nachher bei den Rettungsarbeiten mitmachte, erhielt kostenlose Gesundheitsversorgung – der Leidtragende muss es bloß beweisen. Ein 93-jähriger Mann bekam in diesen Verfahren sogar eine doppelte Anerkennung als Opfer sowohl der Bombe von Hiroshima als auch der von Nagasaki.
Am 6. August 1945 war Tsutomu Yamaguchi auf Dienstreise in Hiroshima unterwegs, als aus dem Stadtzentrum der Atompilz aufstieg. Die traditionellen japanischen Häuser aus Holz und Papier verschwanden innerhalb von Sekunden in der Flammenwalze. Yamaguchi erlitt Verbrennungen am Oberkörper, aber er überlebte und floh am folgenden Tag zu Fuß aus der Stadt.

Es gelang ihm, sich in seine Heimatstadt Nagasaki durchzuschlagen, wo er am 9. August ankam, „gerade noch rechtzeitig zum zweiten Angriff“, wie ein Beamter aus Nagasaki etwas flapsig sagte. „Meine doppelte Verstrahlung ist jetzt offiziell dokumentiert“, erklärte Yamaguchi vor der Presse. „Ich möchte nun an die jüngere Generation weitergeben, wie schrecklich atomare Verwüstung ist.“ Es sprach für die Langlebigkeit und Robustheit der Japaner, dass Yamaguchi trotz zwei Atombomben fast 94 wurde und kurz vor seinem Tod am 4. Januar dieses Jahres noch ziemlich gesund aussah .

Klar: Ein Land mit solchen Geschichten wird immer zu den striktesten Gegnern nuklearer Aufrüstung gehören.

Comments (1)

fritzApril 13th, 2010 at 22:33

ironisch, zynisch oder absurd ist es hingegen, dass nukleare Energie 1A okay ist in diesem Land. Und so wie ich es gelesen habe, gefällt es Japan in einer Situation zu sein, wo sie, salop gesagt, unterm nuklearen raketenschirm der amis stecken, jedoch wirtschaftlich und technologisch in der Lage sind innerhalb von einem Jahr selbst Atomsprengköpfe und Raketen zu produzieren und zur Atommacht aufzusteigen. Sie könnten definitiv, wenn sie möchten.

Allerdings glaube ich, dass viele Japaner ehrlich überzeugt gegen atomare Aufrüstung sind, aus den von dir genannten und offensichtlichen Gründen. Die reale politische Situation, auch mit ewigen Schiss vor Nordkorea, China und Querelen mit Russland, ist allerdings etwas differenzierter.

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