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Unschuldige Verbrecher

Beeindruckt hat mich vor Kurzem die Geschichte des 74-jährigen amerikanischen Touristen, der einen Polizeibeamten nach dem Weg fragen wollte und prompt verhaftet wurde. „Ist das da ein Taschenmesser?“, hatte der junge, ehrgeizige Polizist gefragt. Er kam frisch von der Polizeischule.  
„Ja“, sagte der ältere Herr. „Ich trage es immer hier an der Schlüsselkette. Wollen Ssie mal sehen?“

Flugs maß der Polizist die Länge der Klinge und kam auf 8,6 Zentimeter. Ein Verstoß gegen das neue „Gesetz über das Mitführen von Gegenständen mit Klingen“. Niemand durfte ein Messer bei sich tragen, das länger als fünfeinhalb Zentimeter war. Ausnahmen waren nur Kochmesser in Küchen. Das Gesetz würde übrigens trat offiziell übrigens erst zwei Tage später nach dem Zwischenfall in Kraft treten.

Der kalifornische Rentner verbrachte zehn Tage in einem Polizeigefängnis, bevor er frei kam.

Wesentlich länger durfte der Freund einer chinesischen Bekannten die Gastfreundschaft des japanischen Staates genießen. Die Polizei hatte ihn an dem Tag festgenommen, als sein Visum ablief. Vorher hatte er das Problem gehabt, ein Dokument zur Verlängerung seiner Aufenthaltserlaubnis nicht beibringen zu können. Einerseits brauchte er einen Nachweis über seine Anstellung in Japan, andererseits musste er den Antrag bei einer japanischen Botschaft im Ausland stellen.

Doch sein Arbeitgeber drohte, ihn nicht weiter zu beschäftigen, wenn er mehrere Tage einfach frei nähme. Der Trick der Polizei für die lange Untersuchungshaft von mehreren Monaten: Sie hat den Delinquenten ab und zu freigelassen und ihn einfach sofort wieder verhaftet – für das gleiche Verbrechen .

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