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Round One

Kenji schlug vor: “Lass uns mal richtig Sport machen”, und wir fuhren zu siebt zu einem Sportkomplex. Round One erwies sich als sechsstöckiger Vergnügungskomplex mit Kinos, Videospielen und Sportplätzen. Es gab in Tokio kaum Möglichkeiten, einfach irgendwo Badminton oder Tischntennis zu spielen, deshalb zahlten die Tokioter 15 Euro für einige Stunden in so einem Kasten. Drinnen gab es auch Kinos, eine Kegelanlage und ein Videospielcenter. Dieser Vergnügungskomplex lag als massiges Hochhaus vor einem Bahnhof der Keikyu-Linie – etwas weit draußen für uns, aber diesmal fuhren wir her, weil Kenji in Kawasaki wohnte und sonst immer in die Stadt hineinfahren musste. Kawasaki lag zwanzig S-Bahnminuten von der Stadtmitte entfernt.
Im fünften Stock von Round One lag der Eingang zum Sportland. Die Schlange an der Kasse staute sich bis zur Aufzugtür zurück. Wir bekamen nach einer Stunde Anstehen ein Ticket, das es uns erlaubte, genau eine Dreiviertelstunde später um die eigentliche Eintrittskarte anzustehen. Yusuke führte uns ins Game-Center im Erdgeschoss, einer hohen, halbdunklen Halle. Links blitzten und rasselten in mehreren Gallerien die Pachinko-Maschinen, in der Mitte standen Münzschieber. Rechts flimmerten Videospiele.
Wir fuhren hinauf ins Sportland. Tatsächlich ließen wir die ganze Zeit unsere Straßenkleidung an. Im fünften Stock beim Tischtennis spielten wir sogar im Pullover, weil es hier schrecklich zog. Wir belegen zuerst zwei Tischtennisplatten und spielten Doppel. („Finn-kun, du bist ja wirklich so schlecht wie du gesagt hast!“) Dann gingen wir aufs Dach. Die Sportplätze da oben waren winterkalt, deshalb trugen wir hier Jacken und Schals. Akiko und ich spielten eine Runde Badminton, Yusuke und Kenji gingen zum Golf.
Wieder drinnen, vertrieb ich mir die Zeit mit einem S-Bahn-Simulator, auf dem ich die Tokioter Ringbahn abfuhr. Es kam vor allem darauf an, an den Bahnhöfen exakt an der Linie zu stoppen, damit die Türen an den vorgegebenen Markierungen aufgehen würden. Die drei Japaner gingen an Schießspiele und an einen Simulator für traditionelle japanische Trommeln. Die Spielkisten standen anscheinend hier herum, um auch den Gästen etwas zu bieten, die sich weniger für Sport begeistern.
 „Das war aber anstrengend“, bestätigten wir uns hinterher. – „Mensch, da haben wir aber ganz schön heftig Sport gemacht“ – „Das wird morgen aber Muskelkater geben.“

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