Google+ Peking Total » Blog Archive » Musikalische Reinigungsmaschine

Musikalische Reinigungsmaschine

In einem U-Bahnhof wartete ich vor der Fahrkartensperre auf Kenji, da drang beharrlich eine heitere, aber nervige Melodie durch „Noise Cancel“ und „Sound Isolation“ meiner Köpfhörer. Ein Kinderlied auf Speed, und nur sieben Takte in einer Schleife. Ich blickte mich um und sah nur einen Herren vom Reinigungsdienst mit so einer Riesenmaschine, die den Fußboden nass schrubbt.

Da in Japan alles ein Geräusch macht, sang also auch die Fußbodenschrubbmaschine. Pling – da – da – da – ding – da – dumm – da – da!! Damit sollte sie wohl die Kunden der Bahngesellschaft vor ihrer gefährlichen Anwesenheit warnen.

(Die ganzen Geräte sprechen in Japan aus zwei Gründen: Aus übertriebenen Sicherheitsfanatismus, und zum Nutzen von Menschen mit einer Sehbehinderung.)

Ich schaltete die Funktion „Noise Cancel“ meiner Kopfhörer ab und hörte genauer. Als japanisches Produkt war die Maschine selbst sehr leise. Der Mann, der sie bediente, trug jedoch gewaltige Ohrenschützer wie ein Flughafenmitarbeiter auf dem Rollfeld.

Es war klar, warum er die Ohrenschützer brauchte. Wenn er die Schleife der niedlichen Kindermelodie den ganzen Tag ungefiltert hören würde, trüge er psychische Schäden davon.

Los, schreib' einen Kommentar!

Dein Kommentar