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Am Ätherophon in Shimokitazawa

Heute abend war ich im In-Stadtviertel Shimokitazawa in einer kleinen Bar im Kellergeschoss, um meinen Bekannten Naru am Piano zu hören. Er trat die meiste Zeit zusammen mit einer Musikerin am Ätherophon auf. Danach spielte er auch mit einer kompletten Band zusammen. In dieser Bar sammelten sich allerlei lustige Leute, wie sich nachher beim Gespräch am Tresen herausstellte. ...das Schicksal des Pianisten: alle sehen ihn nur von hinten.

Das Colored Jam halte ich unter den Live-Bars, die ich bisher in Tokio kenne, für eine der netteren. Es liegt nicht im teuren Roppongi, sondern im jüngere Shimo-Kitazawa, und die Atmosphäre und freundlich und entspannt.

Der Sänger und Gitarrist stellte sich so vor: “Ich bin der 32-jährigen Glatzkopf, der hier vor Ihnen spielt. Bitte seien Sie mir gewogen.” – Japaner können ihre typischen Höflichkeitsfloskeln nicht lassen, auch wenn sie knallharte Musiker sind. – “Gestern habe ich zum ersten Mal Plätzchen gebacken, in den Geschmacksrichtungen Schokolade und grüner Tee. OK, ich gebe zu, ich hatte etwas Hilfe von einer Freundin, die etwas von der Herstellung Süßigkeiten versteht. Aber ich gebe jedem hier, der bis zum Ende unserer Performance durchhält, ein Päckchen mit drei Plätzchen, abgemacht?”

Die Plätzchen liegen jetzt hier neben mir. Sie sehen nicht sonderlich lecker aus, aber nett war das allemal.

Zumal das Zuhören wirklich keine Mühe machte. Der Clou an der wirkliche tollen Aufführung war das Mädchen an der Steel Pan, die mit den glasklaren Tönen ihres Instruments die Strukturen schuf. Ein echtes Schlagzeug war nicht dabei, dafür hatte ein anderes Mädchen an einer Reihe von Percussion-Instrumenten um so mehr zu tun.

An der Bar wies mich eine Frau auf ihr örtliches Musik-Weblog hin und gab mir Tipps, welche Cocktails hier besonders lecker seien. (Leider lief das in der Essenz auf alle hinaus.)

Ein anderer Bekannter von mir, Tsuyoshi, schmeichelte sich unterdessen bei der Ätherophonistin ein und durfte auch mal ausprobieren. Ich versuchte es auch mal, aber außer wahllosen Jaullauten kam nichts heraus. (Obwohl das Ähterophon – japanisch Terumin - wirklich einfach zu bedienen… scheint.)

Er erzeugt damit auch gleich diese gruselig-stimmenartigen Sphärenklänge.

Er erzeugt damit auch gleich diese gruselig-stimmenartigen Sphärenklänge.

So etwa um halb elf endete die Life-Musik, und die Musiker mischten sich unter die Gäste. Wirklich, ein netter Abend.

Leider taugt die Kamera in meinem Handy nicht viel

Leider taugt die Kamera in meinem Handy nicht viel

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