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Fugu für Feiglinge

Haut und Leber des Kugelfischs, japanisch Fugu, enthalten eines der stärkste bekannten Nervengifte. Japans legendäre Fugu-Köche beherrschen zwar die Kunst, das Fleisch so von der Haut zu trennen, dass es essbar bleibt – doch manchmal geht das schief und ein Restaurantgast stirbt. So war es jedenfalls bisher. fugu

Die Firma Optima Foods aus der Präfektur Ehime stellt jetzt den Fugu für Feiglinge her und verkauft ihn Online. Die Fische enthalten kein Gift mehr und sind damit für jedermann ungefährlich.

Das Unternehmen züchtet seine Kugelfische mitten in den Bergen, fern vom Meer, in Quellwasser, dem die Zuchtexperten ungefähr die richtige Salzmischung zusetzen. “Künstliches Seewasser ist hygienischer als echtes Seewasser”, sagt ein Vertreter von Optima Foods.

Nicht nur das, die Futtermischung ist so optimiert, dass die Ausscheidungen des Fugu jetzt als kleine feste Kügelchen anfallen, die sich leicht aus den Zuchtbecken entsorgen lassen. Normalerweise sind die Fäkalien des Fischs eher halbflüssig und verschmutzen das Wasser. Optimas Fische sind durch allerlei andere Optimierungen zudem größer als Wildfische. Sie wiegen fast ein Kilo, was den Profit maximiert.

Das Geheimnis der Giftfreiheit: Werden die Tiere auf eine Diät gesetzt, denen die Ausgangsstoffe für die Giftherstellung fehlen, dann bleiben sie ungefährlich. Streng genommen sind es zudem Bakterien, die im Auftrag des Fischkörpers die Substanzen herstellen. Deshalb ist Hygiene auch so wichtig. Bisher war allerdings die Massenproduktion nicht gelungen – und teuer.

Doch was soll das alles? Ich habe Fugu gegessen, und ganz ehrlich: Der Geschmack ist nicht so toll. Der ganze Witz ist doch, dass man für einen Happen Fisch über den Jordan gehen kann und damit beweist, was für ein toller Hecht man doch ist. Ungiftiger Fugu, das ist wie Bungee-Jumping ohne Springen.

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