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Hier steht noch eine Mao-Statue

In der nordöstlich gelegenen Stadt Shenyang erhebt er sich in der Mitte eines viel befahrenen Kreisverkehrs. Der große Vorsitzende Mao Zedong, wie er den Weg in eine rote, sozialistische Zukunft weist. Hoch wie ein Haus, mit breiten, verlässlichen Schultern, am Boden unterstützt von der Arbeiterklasse.

Ich freue mich über den seltenen Anblick. In Peking findet sich meines Wissens nach kein solches Standbild mehr.

Die Partei behauptet zwar, 80 Prozent der Taten Maos seien richtig gewesen, er habe nur 20 Prozent Fehler gemacht. Trotzdem scheinen aber 90 Prozent der Mega-Monumente verschwunden zu sein.

Comments (3)

FZJune 14th, 2012 at 00:23

Dass die Monumente heute größtenteils verschwunden sind, liegt wahrscheinlich daran, dass Maos Ereignisse wirklich Geschichte geworden sind. Die meisten Chinesen wollen eher an sich selber denken, aber nicht an eine Steiner Statue.

FinnJune 15th, 2012 at 09:49

Was ich mich dabei frage: Wann, wie und wer hat die Entscheidungen zum Abbruch der Statuen getroffen? Dabei muss sich doch ein Parteisekretär aktiv entscheiden, so ein Ding mit dem Presslufthammer abreißen zu lassen. Und Mao hat immer noch einen hohen Status für viele Menschen.

Aber viele Chinesen sind halt enorm flexibel. Vor allem in der Partei.

FZJuly 5th, 2012 at 20:26

Während meiner Jugend waren noch viele Statuen und Maos Porträts zu sehen, vor allem über der Tafel im Klassenzimmer. Dies, galt als ein wichtiges Zeichen für Sozialismus. Daher sind nicht nur Mao, sondern auch Lenin und Stalin tief im Gedächtnis unserer Generation.

Aber viele, bes. die in den Metropolen, sind in den letzten Dekaden eher dazu bekehrt, dass der rote Personenkult kein freudiges Leben mitbringen kann, geschweige denn Selbsterfüllung. Viele Würdenträger sind eigentlich auch der Meinung, sie schweigen nur. Andernfalls würde es heute in China nicht so viel Unzufriedenheit und Veruntreuung geben.

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