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Flughafen Foshan-Shadi

Flughafen FoshanDer Flughafen Foshan ist eine lustige Angelegenheit. Es handelt sich um einen alten Militärflughafen, an dem pro Tag auch zwei zivile Flüge ankommen und abheben dürfen. Eigentlich liegt Foshan im Einzugsgebiet des großen Airports Guangzhou-Baiyun, doch die billige Fluggesellschaft China United nutzt den Standort Shadi heute für preiswerte Verbindungen nach Peking.

In meinem Hotel in Guangzhou wusste die Frau an der Rezeption im Gespräch über meine Weiterreise erst gar nicht, dass Foshan überhaupt einen Flughafen hat. Der Taxifahrer kannte ihn allerdings gut und meinte, er habe schon öfter Leute hingebracht. Dagegen sprach allerdings, dass auch er nicht wusste, dass Taxis nicht auf das Gelände dürfen – militärische Sperrzone. Ich ging die letzten 200 Meter bis zu dem winzigen Terminalgebäude zu Fuß.

Dort hieß es erst einmal draußen warten in einer Art Picknickzone mit Steintischen wie an einer Autobahnraststätte. Das Gemeinschaftserlebnis hatte jedoch zumindest den Vorteil, dass ich zwei Chinesen kennengelernt habe, die aus dem Süden stammen und in Peking arbeiten. Sie waren für einen Feiertag nach Hause zurückgekehrt und fliegen nun in die Hauptstadt zurück.

Am Zugang erheben sich patriotische Plakate mit strammen, schmucken Piloten. In regelmäßigen Abständen erklingt das Knattern eines Schnellfeuergewehrs vom nahen Schießstand. Düsenjäger landen lärmig auf dem Flugfeld. Militärfahrzeuge in Tarnanstrich rollen vorbei. Wir kommen uns ein bisschen so vor, als wären wir in die Kulisse eines Kriegsfilms gelandet.

Ein Flugzeug der China United AirlinesAls Alternative zum Flughafen Guangzhou-Baiyun funktioniert Foshan-Shadi jedoch. Vom Stadtteil Tianhe in Guangzhou aus ist er mit 50 Minuten Taxifahrt (wenn auf der Autobahn kein Stau ist!) sogar schneller erreichbar als Baiyun. Und er bietet auf jedenfall eine überschaubarere Atmosphäre und ein persönlicheres Erlebnis als der große Internationale Flughafen.

In Peking wird unser Flug in Nanyuan ankommen, ebenfalls einem Flugfeld der Luftwaffe. China United war einst die zivile Fluggesellschaft im Besitz der Volksbefreiungsarmee – daher darf sie die militärischen Einrichtungen mitnutzen. Nach einem Reformschub vor zehn Jahren war es der Armee jedoch verboten, zivile Geschäfte zu machen. Jetzt gehört China United als Billigmarke zu Asiens größter Airline China Eastern.

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