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Neue Kanji braucht das Land

Das Kulturministerium in Tokio will seiner Liste der gebräuchlichsten Schriftzeichen 196 hinzufügen. Sie würde damit auf 2136 anschwellen. Grund ist das Handyzeitalter. Doch mit dieser Logik müssten auch einige sehr seltsame Zeichen mit in die Liste.

Heutige Computer und Handys enthalten Listen von über 10 000 Schriftzeichen, die der Benutzer mit mehr oder weniger Mühe eingeben kann.

Eine damals sehr sinnvolle Nachkriegsreform hat durch die technische Entwicklung etwas an Sinn verloren: 1946 nutzte die Regierung die Wirren und dekretierte eine Liste von 1850 Zeichen, die in der Schule zu lernen seien und auf die sich Japan nach Möglichkeit beschränken sollte. Zeitungen wurden verpflichtet, sich auf diese Zeichen zu beschränken oder Lesungen dranzuschreiben.

Da die Japaner heute jedoch übers Handy wo immer sie sind und wannimmer auf einen gewaltigen Schatz an Schriftzeichen zugreifen können, kann die Regierung getrost eine Reihe von Schriftzeichen hinzufügen. Sie hat sie ausgewählt, indem sie die tatsächliche Nutzung in der Zeitung, in der Literatur, aber auch in Blogs und Chats ausgewertet hat.

Doch nach diese Logik müssten noch ganz andere Zeichen in die Liste hinein. Zum Beispiel 艸 und 屮. Diese Zeichen haben ursprünglich nur sehr wenig praktische Anwendung. Sie sind die Langform von etwas, das fast nur in Kurzform, und dann auch nur als Teil anderer Schriftzeichen existiert.

Will heißen, das war so, bevor Japans Teenager die Emoticon entdeckten. Die Exotenzeichen dienen nun als praktische Elemente für Bildchen, die sich aus Sonderzeichen zusammen setzen.

Zum Beispiel (*´艸`). Dieses Sinnbildzeichen steht für “Tut mir Leid! Ich schäme mich so!”

Darauf zu sehen sind zwei Hände (eben 艸), die die Person sich vor Scham auf die Augen drückt, und deben ein Auge, das an der rechten Hand vorbeischielt, um nach der Reaktion des Angesprochenen zu sehen.

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