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Die Weltbank – falsch verbunden

Ein Konferenzraum in Singapur - bloß der falsche.Ein Raum voller Journalisten, Chinesen und Ausländer, wartet gespannt auf den Beginn einer Pressekonferenz. Es geht um ein extrem wichtiges Thema: Die Weltbank stellt ihren Wachstumsbericht für Ostasien vor. Da Europa und Amerika immer nur tiefer in der Krise versinken, wäre eine Konjunkturschwäche in Fernost derzeit fatal.

Die zuständigen Ökonomen sitzen allerdings in Singapur, und wir Pekinger sollten über eine Telefonkonferenzanlage zugeschaltet sein. Inzwischen reine Route. Sollte man meinen.

Auf dem Bildschirm ist ein kleiner Raum mit Leuten zu sein, die in ihren Papieren kramen. Als die Konferenz eigentlich losgehen soll, gibt es erst keine Tonverbindung. Der Techniker braucht eine Viertelstunde, bis wir uns hören können. „Irgendwie sieht da aus wie der falsche Raum“, bemerkt der China-Chefökonom in Peking zwar, aber dem Techniker ist das egal. „Sie sind jetzt verbunden!“, verkündet er stolz.

Die Pressesprecherin aus Peking fragt: „Was ist das Thema ihrer Konferenz?“ – und ein bärtiger Herr aus einem kleinen Konferenzraum in Singapur antwortet: „Hydrologische Aspekte des Klimawandelns.“

Nun ist es gut zu wissen, dass kluge Köpfe bei der Weltbank sich mit sowas beschäftigen. Doch im Gewirr der Röhren und Leitungen zwischen Telefonkonferenzen sollten wir eigentlich mit einem großen Saal in Singapur verbunden sein, wo noch mehr Journalisten sitzen als hier in Peking. Und Chefökonom Bert Hofmann am Mikrofon haben.

Jetzt ist es halb elf Uhr, die PK ist fast vorbei. Ich frage mich natürlich, ob die Hydrologie-Experten der Weltbank in Washington die ganze Zeit mit der großen Pressekonferenz verbunden sind.

Es lassen sich jetzt noch viel lustigere Fehlschaltungen ausdenken. Vielleicht eine Fetisch-Strip-Show aus Amsterdam mit der Arbeitsgruppe „Seelenheil durch Enthaltsamkeit“ des Vatikan.

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